12. Dezember 2022

· Digitales Marketing, Statistik

A) Cloud oder B) On Premise? Oder doch eine Mischform?

Ein Beitrag von Reinhard Eisner

Es ist schon fast eine ewige Diskussion: Software as a Service in der Cloud oder On Premise im eigenen Rechenzentrum? Möglicherweise sehen viele von Ihnen die Frage für sich selbst schon klar beantwortet. Cloudsysteme sind ein ganz klarer Trend, dieser hält schon seit mehr als zehn Jahren an und viele schätzen die standardisierten und skalierenden Services. Mit 5G und den schnellen Internetanschlüssen konnten Hindernisse der Vergangenheit beseitigt werden. Das vereinbarte Verrechnungsmodell kann man gut kalkulieren und man bezahlt nur, was tatsächlich benötigt wird. Mit solchen Argumenten müssten doch die letzten Zweifler die Frage pro Cloud beantworten oder? Auch ich persönlich bin pro SaaS in der Cloud und für viele Unternehmen und Organisationen ist dies die bessere Wahl. Sollte dann dieser Blog nicht schon zu Ende sein? NEIN – Erstens ist Cloud nicht gleich Cloud und zweitens könnten unter Gesichtspunkten wie Datenhoheit, Security, Kontrolle und Cloud Policy standardisierte Cloud Services nicht in Frage kommen.

Das ewige Thema: DSGVO…

Wo steht das Rechenzentrum? In Österreich, in Deutschland, in der EU oder doch in den USA? Benutzer- bzw. Empfängerdaten, die – ohne explizit eingeholte Einwilligung – in die USA übertragen werden, entsprechen nicht der gültigen Datenschutzgrundverordnung. Dies ist definitiv so, die IP Adresse des Benutzers wird als Teil der persönlichen Daten eingestuft.  Die Frage geht sogar über die nach dem Rechenzentrum hinaus, jeder verwendete Service von Google, Microsoft, AWS und Co. kann zu einer DSGVO-Verletzung führen. Für Aufmerksamkeit hat da in diesem Jahr in Österreich ein Anwaltsschreiben gesorgt, in dem eine Strafe bei der Verwendung von Google Fonts auf Webseiten angedroht wurde. Allgemein ist das Thema DSGVO durchaus komplex, weshalb ich mich dem in einem späteren Blogbericht einmal detailliert widmen werde.

…und Preissetzungsmacht

Bei Aktienmarkt-Diskussionen wird aktuell oft von der Preissetzungsmacht gesprochen. Welches Unternehmen kann die erhöhten Kosten an die Kunden weitergeben? Solche Aktien kann ein Investor möglicherweise trotz schlechter Wirtschaftslage kaufen. Aber vielleicht hat ja Ihr Cloud Anbieter genau diese Preissetzungsmacht bei Ihnen, weil der Lock-In fortgeschritten ist und eine Veränderung mit hohen Kosten verbunden wäre. Somit müssen die erhöhten Preise einfach akzeptiert werden. Weitere Fragen, die wir uns in dem Kontext stellen müssen, sind:

Was ist, wenn mein Serviceanbieter aufgekauft wird? Was passiert, wenn mein Serviceleister insolvent geht? Gibt es bei der Cloud möglicherweise versteckte Kosten, indem zum Beispiel ich selbst für das Backup sorgetragen muss oder die Kosten progressiv mit der Nutzeranzahl steigen?

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser?

Ein spezielles Thema ist auch die Kontrolle über die Daten. Möchten Sie erst gar nicht, dass die Daten Ihr Haus verlassen? Möchten Sie Ihre eigenen Sicherheitskonzepte zur Anwendung bringen und behalten somit die Kontrolle selbst? Möchten Sie bei einem Internetausfall ins Rechenzentrum gehen können, um die Daten abzufragen? Haben Sie vielleicht sogar ein hauseigenes Rechenzentrum und ein weiterer Dienst ist somit nur ein geringer Kostenfaktor? Dann werden Sie wohl um die On Premise Variante nicht herumkommen, oder etwa doch? Sollte man eine weitere Alternative in Betracht ziehen? Ist bei Ihnen möglicherweise auch Antwort C, eine Private oder Hybride Cloud, die richtige?

Private Cloud heißt für Sie, die Vorteile der Cloud unter anderen Rahmenbedingungen und ist so auch meist für eine bestimmte Zielgruppe bestimmt. Private Cloud Services laufen bei einem Hosting Anbieter, u.a. bietet eworx dies an und einige Kunden machen von diesem Service Gebrauch. In der Private Cloud kann die Zugriffsgruppe eingeschränkt, die Anwendung individuell konfiguriert werden, individuelle Implementierungen und Services kommen zur Anwendung und Wartungsfenster können individuell festgelegt werden.

Liegen für Entscheider nur die Varianten A, B oder C auf dem Tisch? Auch dies ist wieder mit Nein zu beantworten, es existieren auch Mischformen zwischen Private und Public Cloud – die Hybride Cloud. Oftmals sind die Mischformen sogar sinnvoll. Und um möglichen Verwirrungen Einhalt zu gebieten, werde ich nun anhand der eworx Marketing Suite die einzelnen Varianten noch konkret erläutern:

A) Software as a Service in der Cloud

Volle Funktionalität und dies On Demand verfügbar. Durch die Mandanten-Funktionalität werden die Daten getrennt gehalten. Mehr Mandanten, mehr Mails, mehr Speicher, mehr Benutzer sind jederzeit möglich. Der Funktionsumfang ist durch das Lizenzmodell bestimmt.

Als Produktmanager ist es mir noch besonders wichtig zu erwähnen, dass wir all unsere Services in österreichischen Rechenzentren betreiben.

B) On Premise

Ja, die eworx Marketing Suite kann von Ihnen auch gekauft werden und Sie können die Anwendung komplett in Ihrem Rchenzentrum betreiben. Dazu müssen von Ihnen mehrere virtuelle Maschinen zur Verfügung gestellt werden, dann wird das System von uns konfiguriert und eingespielt. Nach dem Kauf muss nur mehr eine Updatepauschale bezahlt werden. Die Initialkosten sind deutlich höher als bei der SaaS Variante und somit ist dies meist nur für große Kunden oder Kunden mit einer strengen Cloud Policy sinnvoll – also wenn eine Cloud Lösung überhaupt keine Option ist.

Serviceleistungen werden von uns auch für Serverkunden angeboten. Unter anderem Support, technischer Support, individuelle Vorlagen, individuelle Entwicklungen und Update bzw. Wartungsleistungen.

Sollten Sie Interesse haben, dann können wir gern ein Angebot abgestimmt auf Ihre Anforderungen erstellen.

C) Private bzw. Hybrid Cloud 

Wir wollen individuelle Lösungen bieten, die Individualisierung ist ein Key Benefit der eworx Marketing Suite und dies zeigt sich auch in diesem Thema. Die eMS wird im eworx Housing Center betrieben. Dabei besteht die Möglichkeit, ein komplett eigenes und unabhängiges System zu erhalten, allerdings ist auch eine hybride Variante möglich. D.h. Sie haben Ihre eigene Anwendung mit eigener Datenhaltung der Empfänger und Mediendaten, aber der Versand läuft über eworx Versandinfrastruktur. Auch verschiedene Verrechnungsmodelle sind möglich. Auch hier können wir bei Interesse ein Angebot abgestimmt auf Ihre Anforderungen erstellen.

Tipp an unsere On Premise Kunden: Die eworx Marketinig Suite bzw. mailworx kann relativ einfach in eine Private Cloud überführt werden.

Haben Sie auch das Gefühl, dass die Datenhaltung wieder wichtiger wird? Wir bleiben unserer Strategie auf jeden Fall treu und werden unsere Infrastruktur weiterhin ausschließlich in Österreich betreiben. Die eworx Marketing Suite und die weiteren Produkte, Module und Features stehen bei uns im Mittelpunkt und diese werden als SaaS angeboten. Doch werden wir den besonderen Bedürfnissen unserer Kunden und potenziellen Kunden weiterhin nachkommen und da gehören Private Cloud, Hybrid Cloud und On Premise dazu.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, können Sie mich gerne über LinkedIn kontaktieren. Wenn Sie diese und ähnliche Themen interessieren, dann lesen Sie weiterhin unseren Blog und abonnieren Sie unseren Newsletter.

_______

Artikel weiterempfehlen

Weitere Artikel
aus unserem Blog