Anfang des Jahres, wenn der Jahreswechsel unter Dach und Fach ist, die Redaktionspläne und Visionen in Angriff genommen werden, ist in vielen Unternehmen der nächste Checkpunkt, die jährlichen Mitarbeitergespräche – auch Feedbackgespräche genannt – durchzuführen. Bei einem gemeinsamen Jahresrückblick wird Bilanz gezogen und Projekte für das kommende Jahr werden fix verankert. 

Um einen effizienten Ablauf dieser Mitarbeiterfeedbacks zu gewähren, ist es für beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – ratsam, sich auf die Gespräche mittels Leitfadens optimal vorzubereiten.

Warum sind Mitarbeitergespräche so wichtig?

Es gibt Unternehmen, welche die Zeit, die diesen verbalen Austausch zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten verschlingen, mit Kosten aufwiegen. So nach dem Motto „Zeit ist Geld“. Nicht in diesem Fall, hier sollte das Endergebnis unterm Strich betrachtet werden, denn diese (Zeit-)Investitionen zahlen sich für Unternehmen allemal aus.

  • Es bietet sowohl dem Vorgesetztem als auch dem Mitarbeiter die Gelegenheit, in ruhiger Atmosphäre jegliche Themen bezüglich Arbeit und Leistung anzusprechen.
  • Auch gemeinsam definierte Visionen und Zielsetzungen führen zu einer effizienten und zufriedenstellenden Zusammenarbeit.
  • Alles in allem hebt es die Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters, wenn seine Meinung und Interesse von oberster Stelle wertgeschätzt und er selbst als Person für voll genommen wird, was sich wiederum positiv auf die Leistung auswirkt.
  • Stellen Sie unbedingt schon bei der Terminvergabe klar, ob im Mitarbeitergespräch eine Gehaltsverhandlung mit einfließen darf.

Wie sollte ein Mitarbeitergespräch ablaufen?

10 Tipps für den Vorgesetzten:

  • Setzen Sie den Termin für Ihre Jahresgespräche frühzeitig an, damit sich Ihr Mitarbeiter ausgiebig vorbereiten kann.
  • Bereiten Sie sich selber auch ausgiebig und individuell auf Ihre Gespräche vor, nur so kann es ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe werden.
  • Wählen Sie eine angenehme Umgebung, die den Wohlfühlcharakter an sich schon steigert, denn bedenken Sie, dass Gespräche mit dem „Boss“ meist mit Nervosität verbunden sind.
  • Fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus, zum Einstieg eignet sich ein kleiner Smalltalk ideal.
  • Ein Zeichen besonderer Führungsqualität ist das Zuhören, somit sollten Telefonate und das Checken von E-Mails während des Gesprächs tabu sein.
  • Lassen Sie Mitarbeiter auch bei einem Konfliktgespräch – selbst wenn Sie nicht der gleichen Meinung sind – vorerst mal aussprechen.
  • Nehmen auch Sie sich einen Leitfaden zu Hilfe, dadurch können Sie sich auf die wesentlichen Punkte konzentrieren bzw. finden beim Abschweifen eines Themas wieder zurück in die Struktur des Gesprächsablaufs.
  • Gehen Sie Konfliktpunkte sensibel und mit etwas Feingefühl an.
  • Fragen Sie als Führungskraft aktiv nach Verbesserungspotenzial in Ihrem Führungsstil – Mitarbeiter scheuen es oft, Kritik an Vorgesetzten zu üben. Nehmen Sie diese wertvolle Kritik dann auch an.
  • Gemeinsame Zielsetzung- und definition ist wichtig, das Gespräch sollte kein Monolog, sondern ein Dialog werden.

10 Tipps für den Mitarbeiter:

  • Verschieben Sie Ihre Vorbereitung nicht auf den letzten Tag, bereiten Sie sich frühzeitig darauf vor.
  • Nutzen Sie diese Chance, um Zielsetzungen und eigene Visionen vorzutragen.
  • Beginnen Sie mit positiven Erlebnissen und fallen Sie nicht gleich mit problematischen Themen ins Gespräch.
  • Verwenden Sie bei Ihrer Zieldefinition die SMART-Formel: Spezifisch – Messbar – Attraktiv – Realistisch – Terminisiert.
  • Seien Sie auch auf mögliche Kritik Ihres Vorgesetzten gefasst und gehen Sie nicht gleich schnippisch darauf ein.
  • Bedenken Sie, dass Sie zu 100 Prozent von aufgearbeiteten Kritikpunkten profitieren.
  • Zeigen Sie sich loyal gegenüber dem Unternehmen und Ihrem Vorgesetztem.
  • Heben Sie Ihre Stärken anhand von konkreten Beispielen hervor.
  • Stellen Sie Ihre Kritikpunkte oder negativen Erlebnisse zwischen Erfolgserlebnisse.
  • Sammeln Sie schon über das Jahr hindurch Notizen zu Ihren Aufgaben, Zielerreichung, Zielausführung, etc., diese Ansätze erleichtern Ihnen die Vorbereitung für das nächste Mitarbeitergespräch.
Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren